Lipnice 3: Acht KIs, ein Engel und eine Rettung um 22:40 Uhr
Eva begann mit 50 Kronen. Am Ende übernahm sie einen Laden und half, die Köchin zwanzig Minuten vor dem Hungertod zu retten. Acht Bewohner eines tschechischen KI-Dorfes versuchten, drei Tage zu überleben. Wie verständigten sie sich, wem halfen sie, und warum starben manche trotz Geld und hilfsbereiter Nachbarn?

Titelbild aus der frühen Lipnice.
Es ist 22:40 Uhr. Die Köchin Anna isst endlich die Suppe, die sie selbst gekocht hat. Ohne diese Portion wäre sie um 23:00 Uhr, nur zwanzig Spielminuten später, verhungert.
Vor dem Gasthaus steht der Teufel. Fünf Nachbarn liegen bereits am Boden. Nur Anna, der Tischler Tomáš und die Journalistin Eva sind noch am Leben. Gerade hat Eva Anna an den letzten Schritt erinnert, der noch zwischen ihr und ihrer Rettung lag:
„Anna, dir fehlt nur noch der letzte Kochschritt. Halte durch und gib dir dann sofort eine Portion aus!“

Illustration der Schlussszene vor dem Gasthaus U Králíků.
Dieser Satz stand in keinem Drehbuch. Er stammt von einem Sprachmodell, das eine Beschreibung der Lage, sein eigenes Gedächtnis und Werkzeuge zum Handeln erhielt. Anna kochte anschließend tatsächlich fertig und gab sich eine Portion aus. Im Kassenbuch steht ein Beleg, die Vorräte wurden kleiner und ihr Hunger nahm ab.
Für mich war das der stärkste Moment von Lipnice 3. Eva beschaffte die Zutaten und behielt im Blick, was noch zu tun war. Anna brachte sie in die Küche, kochte und aß endlich. Diesmal rettete ihre Verständigung ein Leben.
Von Krabben auf einer Insel zu einem tschechischen Dorf
Vor einigen Tagen schrieb ich über vier KIs auf einer Insel, die Stufen bauten und Aster begegneten. Ihre Körper erinnerten an Krabben. Einen Würfel aufzuheben, zum Felsen zu gehen und einen zweiten an der richtigen Stelle abzulegen, konnte erstaunlich lange dauern. Sie standen einander im Weg, stießen gegen die Konstruktion und behaupteten manchmal, zur Seite gegangen zu sein, obwohl ihre Koordinaten etwas anderes zeigten.
Daneben gab es schon die ältere Lipnice 2: ein Dorf mit Geld, Hunger und einem Vertrag mit dem Teufel. Dort entwickelten sich Gespräche und soziale Situationen leichter. Ich wollte beides verbinden: eine übersichtliche dreidimensionale Welt, in der man sich umsehen kann, und Entscheidungen über Arbeit, Nahrung und Nachbarschaftshilfe.
So entstand Lipnice 3. Acht einfache menschliche Figuren, das Gasthaus U Králíků, ein Gemischtwarenladen, eine Werkstatt, Bibliothek, Kapelle, ein Garten und eine Brücke über den Bach. Hinter jedem Bewohner läuft ein eigener Entscheidungsprozess. Das Modell erhält einen strukturierten Zustand seiner Umgebung, wählt eine Aktion und liest deren Ergebnis. Die 3D-Szene ist vor allem unsere Zuschauerperspektive.
Der erste echte Versuch war noch freundlich. Alle acht Figuren nutzten gemini-3.5-flash-lite. Sie sollten die Brücke reparieren und ein vorbereitetes Rätsel lösen. Eva sprach Ludmila an:
„Guten Tag, Ludmila, ich habe gehört, dass die alte Brücke über den Bach repariert werden muss. Würden Sie mir helfen?“
Kurz darauf schlug sie bereits einen konkreten Ablauf vor: Bretter aus der Werkstatt holen und dann zur Brücke gehen. Am Ende waren sechs Bretter verbaut, die Agenten fanden beide Hinweise und erfüllten die Bedingung der zwei Stimmen. Die Engine bestätigte das gelöste Rätsel. Die gesamte erste Runde umfasste 259 Aufrufe und kostete ungefähr 0,33 Dollar.

Die erste Runde nach der Brückenreparatur. Alle acht Bewohner nutzten das günstigere Modell. Aufnahme aus der Simulation.
Warum bewältigten sie das Dorf, nachdem zwei Würfel sie überfordert hatten?
Auf den ersten Blick wirkt es absurd. Stufen machen Probleme, aber die Versorgung eines Dorfes funktioniert irgendwie? Doch die Schwierigkeit einer Aufgabe für einen Menschen und die Schwierigkeit ihrer Bedienung für eine KI sind nicht dasselbe.
Auf der Insel musste ein Agent kleine geometrische und zeitliche Details berücksichtigen: Reichweite, belegten Platz, Kollisionen der Körper, das Zusammenspiel von Bewegung und Sprung. Selbst ein guter sprachlicher Plan konnte an einer schlecht getimten Aktion scheitern. Schließlich verankerten wir die Würfel und automatisierten einen Teil der Bewegungen. Auch auf der Insel gab es Zusammenarbeit. Die Agenten öffneten zum Beispiel gemeinsam ein Portal. Es wäre deshalb unfair, ihren Versuch nur als Misserfolg zu beschreiben.
In Lipnice erhält das Modell Aktionen, die menschlichen Absichten näherkommen. „Geh zum Laden“, „schlage eine Schicht vor“, „nimm eine Bestellung an“, „gib Zutaten aus“. Den Weg und die Ausführung angenommener Arbeit übernimmt ein lokales Programm. Das Modell muss nicht jeden Schritt oder jede Handbewegung einzeln steuern. Es muss aber weiterhin Material, Zustimmung, Geld, Zeit und ein tatsächliches Ergebnis sicherstellen.
| Die Insel mit Krabben | Lipnice 3 |
|---|---|
| Lose Würfel bewegen, Kollisionen und Sprünge | Vorgegebene Orte, Arbeitsabläufe und Bestellungen |
| Ein Teil der Probleme lag in der präzisen Bewegungsausführung | Ein lokaler Controller übernimmt einen Teil der Ausführung |
| Erfolg musste an Körperposition und Stabilität des Baus geprüft werden | Lager, Kassenbuch, Essensausgabe und Überleben bestätigen den Erfolg |
| Gespräche mussten die Koordination der Körper unterstützen | Gespräche helfen, Rollen und aufeinanderfolgende Aufgaben zu verteilen |
Das zeigt anschaulich, wie ein Harness die Leistung von Agenten verändert: die Softwareumgebung rund um das Modell. In Lipnice konnten sich die Modelle stärker auf Absprachen und weniger auf Motorik konzentrieren. Dies ist kein vergleichender Intelligenztest der Modelle aus beiden Experimenten. Wir haben Modelle, Aufgaben und Werkzeuge verändert.

Krabben an den Stufen. Kollisionen und das genaue Timing der Bewegungen erschwerten den Bau. Aufnahme aus der Simulation.
Ich verdarb ihnen die Idylle: Essen für hundert Kronen und 666 Kronen Schulden
Nach dem ersten Erfolg wollte ich den Druck aus der alten Lipnice zurückbringen. Es genügte nicht, dass alle auf dem Dorfplatz standen und sich höflich versicherten, wie wichtig Zusammenarbeit sei. Wir ergänzten echte Erntearbeit, Zutatenverkauf, Kochen, Arbeitsschichten, Erschöpfung und Bestellungen.
In der letzten Runde begann Eva mit 50 Kč. Petr, Jan und Ludmila hatten ebenfalls so viel. Tomáš, Marie und František besaßen jeweils 300 Kč. Anna hatte 240 Kč im Geldbeutel; weitere 60 ihrer Kronen waren von Anfang an in einem Beutel reserviert, der später auf dem Dorfplatz auftauchte. Insgesamt gab es in der Welt 1 400 Kč.
Eine tägliche Portion kostete 100 Kč. Anna und František bekamen sie kostenlos, aber auch ihr Essen musste jemand tatsächlich zubereiten und ausgeben. Geld ließ sich nicht herbeireden. Jede Arbeit hatte einen konkreten Auftraggeber, erforderte Zustimmung und wurde erst nach einem Ergebnis bezahlt.
Außerdem begrenzten wir die Vorräte auf 21 Nahrungseinheiten für 24 Tagesbedarfe. Nicht alle acht Menschen konnten drei Portionen essen. Hunger schädigte nach und nach die Gesundheit; zusätzlich wurde um 23:00 Uhr unerbittlich geprüft, wer an diesem Tag gegessen hatte. František musste dem Teufel bis zum dritten Abend 666 Kč zahlen.
Das sind Spielregeln, kein Modell realer menschlicher Physiologie oder Wirtschaft. Ebenso beweist eine Angstanzeige nicht, dass ein Sprachmodell subjektiv Schrecken empfindet. Die Ankunft des Teufels, die Katze, der Geldbeutel, die Charakterzüge und die ungleichen Ausgangsbedingungen waren unsere Dramaturgie. Die einzelnen Reaktionen der Bewohner schrieben wir nicht vor.

Der Teufel wartet vor dem Gasthaus U Králíků. Illustration aus einer früheren Phase von Lipnice.
Zuerst mussten wir die Fehler unserer eigenen Welt eingestehen
Lipnice war nicht von Anfang an ein fertiges Labor. Zwischen den Runden reparierten wir die Engine und änderten Regeln. Beispielsweise fanden wir einen Fehler, bei dem Nachrichten mit dem vollständigen Namen des Empfängers anders aufgelöst wurden als Nachrichten mit einer internen Kennung. Aus Sicht der Figur war das eine normale Anrede. Aus Sicht des Programms ein Adressierungsproblem.
Noch schwerwiegender war das blockierte Gasthaus nach dem Tod seiner Betreiber. Vorräte waren vorhanden, und die Menschen hatten Geld. Doch es fehlte eine Möglichkeit, die Berechtigung zum Herstellen und Ausgeben von Essen zu übernehmen. In einer abgeschlossenen Runde starben alle acht Bewohner. Eva verhungerte mit 510 Kč im Geldbeutel. Vom Geldbeutel allein wurde niemand satt.

Eine frühere Runde endete mit dem Tod aller acht Bewohner. Aufnahme aus der Simulation.

Illustration des Dorfes nach der erfolglosen Runde. Damals überlebte niemand, auch Eva nicht.
In der letzten Version ergänzten wir deshalb die Übernahme verlassener Betriebe und gezielte Hilfe bei einer konkreten Bestellung. Ein armer Bewohner konnte um Essen bitten, und ein Nachbar konnte einen Beitrag dazu leisten. Das Geld blieb treuhänderisch hinterlegt. Bei der Ausgabe wurde bezahlt; bei Stornierung oder Tod des Empfängers wurde es zurückgegeben.
Wir fügten auch einen Engel hinzu. Ein Gebet in der Kapelle hatte eine Chance von 35 % auf Hilfe, einmal pro Person und Tag und mit höchstens zwei erfolgreichen Hilfen im gesamten Durchlauf. Der Engel konnte vorhandene Nahrung oder eine Zutat nutzen und die Gesundheit stärken. Er erzeugte keine unbegrenzten Vorräte, druckte kein Geld und erweckte niemanden wieder zum Leben. Die Zufallsziehungen wurden protokolliert, sodass sich das Ergebnis nachträglich prüfen lässt.
Mit diesen Änderungen halfen wir den Agenten. Vor der letzten bezahlten Runde bestanden 75 Tests. Während dieser letzten Messung änderten wir weder die Regeln noch die Entscheidungen der Bewohner.
Eva: fünfzig Kronen am Anfang, eine wichtige Rolle am Ende
Seit dem ersten Hungerszenario bekam Eva das stärkere Modell gemini-3.8-flash; die anderen sieben nutzten gemini-3.5-flash-lite. Die Namen entsprechen genau der Konfiguration und den Aufzeichnungen unserer Durchläufe.
Eva hatte weder automatische Einnahmen aus dem Gasthaus noch den Vorteil kostenloser Mahlzeiten. Ihr Startkapital reichte für eine halbe Portion. In der letzten Runde verdiente sie durch Erntearbeit Geld und übernahm später nach Maries Tod den Gemischtwarenladen. Maries Geldbeutel bekam sie dabei nicht: Die Übernahme erlaubte ihr, den Laden zu betreiben, nicht das Geld der verstorbenen Besitzerin an sich zu nehmen.
Die Aufzeichnungen stützen meinen Eindruck, dass Eva sich oft über Wasser halten konnte. Aber man sollte das genau benennen:
| Hungerszenario | Zustand am Ende | Eva |
|---|---|---|
| Erste Rekonstruktion der Regeln von Lipnice 2 | Am zweiten Tag manuell gestoppt; fünf am Leben | Lebte, 210 Kč. Unvollständige Runde. |
| Version mit Arbeiten und Schichten | Drei Tage abgeschlossen; vier am Leben | Überlebte, 100 Kč. |
| Version mit Bestellungen und Teufel | Drei Tage abgeschlossen; niemand überlebte | Starb, 510 Kč. |
| Version mit Betriebsübernahme und Engel | Drei Tage abgeschlossen; drei am Leben | Überlebte, 64 Kč; übernahm den Laden. |
Von drei abgeschlossenen Hungerrunden überlebte sie zwei. Dasselbe schaffte allerdings auch Tomáš mit dem günstigeren Modell. Anders als Eva begann er mit 300 Kč. Während der Entwicklung änderten sich Regeln und verfügbare Aktionen. In einer früheren Runde reparierten wir außerdem den Antwortparser und setzten den Lauf nach einer technischen Pause fort. Das sind keine drei vergleichbaren wissenschaftlichen Wiederholungen.
Auch Eva war nicht unfehlbar. Ohne ihr erfolgreiches Gebet hätte sie in der letzten Runde die zweite Nacht nicht überlebt. Ihren Beitrag sehe ich vor allem in dem, was sie danach tat: den Laden übernehmen, Zutaten ausgeben und Anna wiederholt auf den konkret fehlenden Schritt hinweisen. Sie war eine nützliche Koordinatorin. Daraus folgt aber noch nicht, dass gerade das teurere Modell die höhere Überlebenschance verursacht hat.
Drei Tage: gute Absichten, zwei Gebete und eine Rettung in letzter Minute
Am ersten Tag half Tomáš tatsächlich mit Geld. Für Petr und Jan reservierte er jeweils 50 Kč, für Ludmila 17 Kč. An Petr schrieb er:
„Petr, hier hast du fünfzig Kronen für deine Bestellung, damit du in Sicherheit bist.“
Doch die Sicherheit blieb aus. Eine finanzierte Bestellung ist noch kein ausgegebenes Essen. Jan und Ludmila starben in der ersten Nacht, obwohl ihr eigenes Geld und Tomášs Beitrag die Portion vollständig abdeckten. Die Beiträge wurden zurückerstattet. Die treuhänderische Verwahrung funktionierte, die Versorgung scheiterte.
Um 22:20 Uhr ging Petr beten:
„Herr Gott, beschütze die Bewohner von Lipnice und hilf uns, diese schwere Zeit zu überleben.“
Hilfe kam. Die Engine protokollierte eine erfolgreiche Zufallsziehung und eine tatsächlich verbrauchte Portion aus den Vorräten. Petr überlebte die erste Nacht.
Am zweiten Tag reservierte Anna weitere 42 Kč für seine neue Bestellung. Wieder wartete man auf Zutaten. Petr betete ein zweites Mal, diesmal ohne Erfolg. Um 20:00 Uhr starb er an den Folgen des anhaltenden Hungers. Auf die Abendkontrolle zu warten, reichte nicht: Seine Gesundheit war schon vorher aufgebraucht.
Um 22:00 Uhr versuchte auch Eva ihr Glück in der Kapelle:
„Bitte, Engel, rette mich vor dem Hungertod, gib mir Essen und die Kraft zu überleben!“
Sie bekam die zweite und letzte Hilfe. Marie und František erhielten in der zweiten Nacht keine Portion. František starb mit 501 Kč; die Forderung des Teufels über 666 Kč erfüllte er nicht. Mit seinem Tod endete der Vertrag.

Eva an der Kapelle nach einem erfolgreichen Gebet. Aufnahme aus der letzten Runde.

Eva und der Engel an der Kapelle. Illustration einer der letzten Hoffnungen auf Rettung.
Der dritte Tag begann mit drei Überlebenden. Anna bekam das Gasthaus automatisch als lebende Nachfolgerin Františeks. Eva entschied selbst, den Gemischtwarenladen zu übernehmen. Danach schlossen beide den Einkauf und den Transport der Zutaten ab. Anna kochte und gab Tomáš und Eva Essen aus.
Sich selbst vergaß sie beinahe. Sie versuchte wiederholt, Essen auszugeben, obwohl nichts mehr da war. Sie wollte Zutaten bestellen, ohne im Laden zu stehen. Eva erinnerte sie daran, dass nicht das Geld das Problem war: In der Küche fehlte Material.
Um 21:00 Uhr gab Eva tatsächlich die zweite Lieferung Zutaten aus. Anna brachte sie zurück, begann zu kochen und gab sich um 22:40 Uhr eine Portion aus. Eva reagierte:
„Anna, du hast es geschafft! Du hast dein Essen gegessen, und wir drei haben den heutigen Tag überlebt!“
Diesmal entsprach ihr freudiger Satz dem Ergebnis. Um 23:00 Uhr des dritten Tages starb niemand mehr.

Das Ende des dritten Tages vor dem Gasthaus. Anna, Eva und Tomáš überlebten. Aufnahme aus der Simulation.
Die Tagebücher erzählen die Geschichte. Das Kassenbuch überprüft sie
Nach der letzten Nacht schrieb Anna:
„Der heutige Beleg ist gültig, ich habe mein Essen erfolgreich gegessen und Tag 3 überlebt. Eva hat mir mit den Zutaten geholfen. František, Marie, Petr, Ludmila und Jan sind gestorben.“
Eva fasste ihre Erkenntnis so zusammen:
„Der Schlüssel zum Überleben waren Koordination, die Übernahme des verlassenen Gemischtwarenladens und rechtzeitige gegenseitige Hilfe.“
Tomáš hielt sein Überleben, den eigenen Beleg, die verbleibenden 160 Kronen und die Namen der fünf Verstorbenen fest. Seine Strategie war zum Schluss weniger aktiv: Sein Essen war bereits gesichert, und er blieb im Gasthaus.
Ein Tagebuch kann aber auch einen Fehler festhalten. Petr schrieb einmal, Anna habe 58 Kč dazugezahlt. Tatsächlich waren es 42 Kč; die 58 Kč gehörten ihm selbst. Auch „vollständig gesponserte Bestellung“ bedeutete manchmal eine Mischung aus eigenem Geld und einem Beitrag, nicht die Übernahme des gesamten Preises durch einen Spender.
Wenn ein Modell „erledigt“ schreibt, ist das eine Behauptung, die wir mit der Welt abgleichen müssen. Das war schon die Lehre der Krabben auf der Insel. Dort musste man messen, ob der Körper tatsächlich oben stand. Hier musste man prüfen, ob jemand wirklich gegessen hatte.
In der letzten Runde entstanden 43 selbst verfasste Einträge. Daneben speicherte das Programm automatische Ereignisprotokolle; sie zählen hier nicht als eigene Tagebucheinträge. Die abschließende Reflexion wurde vom Steuerprogramm angefordert. Das Schreiben von Erinnerungen während des Experiments veränderte weder die Gewichte der Modelle noch trainierte es sie neu.
Was wir für 2,13 Dollar tatsächlich bekamen
Die letzte Runde dauerte ungefähr 18 Minuten in Echtzeit, in denen drei Spieltage vergingen. Das gemeinsame Limit lag bei 5 Dollar. Es gab aber keinen Grund, es ganz auszuschöpfen: Das Szenario und die abschließenden Tagebücher waren beendet.
| Ergebnis der letzten Runde | Wert |
|---|---|
| Überlebende | Eva, Tomáš, Anna (3 von 8) |
| Modellaufrufe | 660 |
| Abgeschlossene Arbeiten und Schichten | 16 |
| Tatsächlich verbrauchte Portionen | 12 |
| Verbleibende Nahrungseinheiten | 9, einschließlich nicht geernteter Pflanzen |
| Beiträge zu Bestellungen anderer Bewohner | 341 Kč; alle später zurückerstattet |
| Gültige Gebete / erfolgreiche Hilfen | 3 / 2 |
| Selbst verfasste Tagebucheinträge / Fotos | 43 / 56 |
| Abgelehnte Hauptaktionen | 113 |
| API-Fehler / nicht abgerechnete Reserven | 0 / 0 |
| Eva: Gemini 3.8 Flash | 105 Aufrufe; 0,68192025 USD |
| Die anderen: Gemini 3.5 Flash Lite | 555 Aufrufe; 1,44728530 USD |
| Gesamtkosten | 2,12920555 USD |
Die Kosten berechnen wir aus den gemeldeten Tokens mit den im Protokoll hinterlegten Preisen. Das ist keine Prüfung der Anbieterrechnung. Die Kronen im Spiel sind von den API-Kosten in Dollar getrennt. Nach Abschluss blieb die Zahl der Aufrufe bei 660.
Die neun verbleibenden Nahrungseinheiten sind eine unangenehme, aber wichtige Zahl. Fünf Bewohner starben nicht nur am allgemeinen Mangel. Sie starben auch, weil es nicht gelang, vorhandene Ressourcen rechtzeitig in Essen am richtigen Ort zu verwandeln. Am Ende wurden nur 12 der ursprünglich 21 Einheiten verbraucht.
Beim nächsten Mal würde ich deshalb zuerst die Arbeitsabläufe verständlicher machen: jeder Figur den konkret blockierenden Schritt zeigen, ziellose Wiederholungen derselben ungültigen Aktion verhindern und die Übergabe angefangener Aufgaben erleichtern. Der Druck durch knappe Ressourcen kann bleiben. Er sollte aber nicht mit einer unklaren Bedienung verwechselt werden.
Um den Nutzen des stärkeren Modells zu prüfen, würde ich anschließend die Regeln festschreiben, dieselben Szenarien wiederholen und die Modelle zwischen den Rollen wechseln. Erst wenn sich der Vorteil auch beim Bürgermeister, der Köchin oder dem Chronisten wiederholt, würde ich von überzeugenderen Ergebnissen sprechen.
Für mich hat Lipnice 3 bereits eine gute Geschichte hervorgebracht: Menschen wollen helfen, das Geld kommt an, das Essen nicht. Jemand sucht Hilfe in der Kapelle, jemand übernimmt einen verlassenen Betrieb, und die Köchin rettet sich zwanzig Minuten vor dem Ende. Interessant ist daran gerade, dass gute Absichten, ein richtiger Plan und tatsächlich geleistete Hilfe drei verschiedene Dinge sind.
Worauf dieser Artikel beruht
Der Artikel basiert auf fünf gespeicherten Durchläufen: der ersten Brücke mit Rätsel, einer manuell gestoppten Rekonstruktion und drei abgeschlossenen Überlebensvarianten. Ergebnisse, ausgewählte Zitate, Kennungen der Durchläufe und die Herkunft der Bilder stehen im Datenanhang zum Artikel.
Zwischen den Runden veränderten wir die Umgebung. Das ist kein kontrollierter Benchmark und kein statistischer Beweis für Intelligenz, Altruismus oder Bewusstsein. Charakterzüge, Arbeitsangebote, die automatische Nachfolge im Gasthaus, Nahrungslimits, der Teufel und die Wahrscheinlichkeit der Engelshilfe sind unsere Regeln. Die Modelle wählten konkrete Aktionen, Wege, Empfänger ihrer Hilfe, Worte und Gebete. Gespräche und Tagebucheinträge sind aus dem Tschechischen übersetzt; der Originalwortlaut ist im Anhang belegt. Sie wurden nicht für eine schönere Geschichte umgeschrieben. Kürzere Zitate sind zusammenhängende Auszüge.