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·Jan Tyl·3 min Lesezeit

Mit Daniel Stach über The Traitors, DigiHavel und eine Realityshow mit KI

Wie echt ist Reality-TV? Und was würde sich ändern, wenn künstliche Intelligenz mitspielte? Bei der Innovation Week diskutierte ich mit Daniel Stach, Andrea Havelková und Šárka Vítovcová über Fernsehen und digitale Figuren.

Mit Daniel Stach über The Traitors, DigiHavel und eine Realityshow mit KI

Gemeinsam auf der K.I.S.S. Stage: Daniel Stach, Šárka Vítovcová, Andrea Havelková und ich. Hier ist das vollständige Foto ohne Beschnitt.

Was wäre, wenn künstliche Intelligenz in einer tschechischen Realityshow mitwirkte? Diese Frage beschäftigte mich nach der Innovation Week am Samstag weiter. Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, was Kamera und Schnitt bewirken, sondern auch darum, wem wir in einer solchen Show vertrauen würden.

Am 3. Oktober 2026 saß ich auf der K.I.S.S. Stage im Prager ČSOB Campus. Das Thema: „Reality Show: Was ist echt und was ist nur gut inszeniert?“ Daniel Stach moderierte, neben mir saßen Farma-Teilnehmerin Andrea Havelková und Castingmanagerin Šárka Vítovcová. Ich brachte meine Erfahrungen aus Zrádci, der tschechischen Ausgabe von The Traitors, und aus der KI-Entwicklung mit. Unterschiedliche Perspektiven auf eine gemeinsame Frage: Was sieht das Publikum eigentlich?

Realität vor der Kamera und auf dem Bildschirm

Wir sprachen über The Traitors und andere Realityshows. Über die Auswahl der Teilnehmer, Produktion, Dramaturgie und die Rolle des Schnitts in der fertigen Geschichte. Es war schön, Erfahrungen von verschiedenen Seiten einer Produktion zu hören.

Mich interessiert der Unterschied zwischen dem, was jemand erlebt, und dem, was andere davon zu sehen bekommen. Ein Teilnehmer kann echte Unsicherheit, Freude oder Enttäuschung empfinden. Das Publikum sieht allerdings ausgewählte Momente, die zu einer bestimmten Geschichte zusammengesetzt werden. Beides kann gleichzeitig zutreffen. Deshalb lässt sich die Frage, wie viel Realität in einer Realityshow steckt, so schwer mit einem Satz beantworten.

Von The Traitors zu DigiHavel

Wir kamen auch auf DigiHavel und andere digitale Figuren zu sprechen, an denen ich arbeite. Und damit auf eine Frage, die fast immer auftaucht, sobald KI ein wenig menschlich wirkt: Können digitale Menschen Gefühle haben?

Für mich lohnt es sich, zwei Dinge auseinanderzuhalten. Eine digitale Figur kann über Angst sprechen, Witze machen oder mitfühlend reagieren. Eine überzeugende Antwort allein belegt aber noch kein subjektives Erleben. Die Gefühle des Menschen, der mit ihr spricht, können dagegen völlig echt sein.

Darin sehe ich eine interessante Verbindung zum Reality-TV. In beiden Fällen überlegen wir, was wir sehen, was wir selbst ergänzen und warum wir jemandem vertrauen. Bei einer digitalen Persönlichkeit, die von einem realen Menschen inspiriert ist, müssen wir zudem wissen, dass wir mit einem Modell sprechen. Eine Antwort von DigiHavel ist beispielsweise keine authentische Äußerung von Václav Havel.

Könnte eine tschechische Realityshow KI einbeziehen?

Das war eine der zentralen Ideen unserer Diskussion. Bisher eine offene Frage, keine Ankündigung einer geplanten Sendung. Was würde mit Vertrauen und Beziehungen innerhalb einer Gruppe passieren, wenn eine digitale Figur hinzukäme?

Wenn ich darüber weiter nachdenke, würde ich gern KI als Berater der Teilnehmer oder als Figur erproben, mit der sich alle einigen müssen. Würde sie die Zusammenarbeit fördern? Würden sich die Menschen zu sehr auf sie verlassen? Und wie änderte sich ihre Haltung, sobald sie einen Fehler macht?

Viel hinge von den Regeln ab: Wer weiß, dass er mit KI kommuniziert? Was weiß das System über die Teilnehmer? Wer verantwortet seine Eingriffe ins Spiel? Solche Details würden meiner Meinung nach darüber entscheiden, ob eine spannende Sendung entsteht oder bloß ein eindrucksvoller technischer Trick.

Daniel Stach ist schlagfertig

Daniel Stach moderiert die Podiumsdiskussion bei der Innovation Week 2026

Daniel Stach während der Diskussion. Foto aus meinem Instagram-Beitrag.

Daniel war witzig, schlagfertig und konnte sehr gut auf die Wendungen des Gesprächs reagieren. Mir gefiel, wie natürlich wir mit ihm vom Fernsehbetrieb zu digitalen Menschen wechseln konnten. Live genauso angenehm wie auf dem Bildschirm.

Vielen Dank an Lukáš Sedláček für die Einladung, an Daniel für die Moderation und an Andrea und Šárka für das schöne Gespräch. Danke auch an alle, die dabei waren, und an Terezka für ihre Unterstützung. Um uns herum liefen außerdem Roboter. Einen passenderen Ort für eine Diskussion über die Grenze zwischen Wirklichkeit und Technologie hätten wir kaum finden können.

Weitere Fotos gibt es in meinem Instagram-Beitrag. Die Besetzung und Beschreibung des Panels stehen im Programm der Innovation Week.

Wer erfahren möchte, wie eine digitale Figur entsteht, kann die Geschichte von Vizi lesen, deren Persönlichkeit das Publikum in Zlín per Abstimmung bestimmte.

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